Daten und Fakten

Mexiko gehört wegen seiner Kultur und der spanischen Sprache zu den lateinamerikanischen Staaten. Allerdings liegt es faktisch in Nordamerika. Im Norden grenzt Mexiko an die USA, im Süden an Guatemala und Belize.
Mexiko ist sowohl in geographischer als auch in klimatischer, sozialer und kultureller Hinsicht ein abwechslungsreiches und spannungsvolles Land.


Chico

Allgemeines

Offizieller Name: Estados Unidos Mexicanos - Vereinigte Mexikanische Staaten (seit Unterzeichnung der Unabhängigkeitsurkunde am 24. August 1821)

Flagge: grün-weiß-rot senkrecht gestreift - im weißen Feld sitzt ein Adler mit einer Schlange im Schnabel auf einem Kaktus

Fläche: 1,97 Millionen qkm (ca. 5,5 mal so groß wie Deutschland) Ausdehnung: ca. 3100 km von Norden nach Süden, ca. 1200 km von Osten nach Westen
Grenzen: zu den USA etwa 3000 km, zu Belize und Guatemala ca. 1000 km, Küstenlängen ca. 10.000 km

Bevölkerung: ca. 100 Millionen, davon über 80% Mestizen (Mischlinge), rund 10% Weiße (Criollos) rund 10% einheimische Volksgruppen (Indígenas)

Größte Städte: Mexiko Stadt ca. 22 Mio.; Guadalajara 5 Mio.; Monterrey 3 Mio.;  Puebla und Acapulco über 2 Mio. Rund 80% der Bevölkerung lebt in Städten

Sprachen: Amtssprache ist Spanisch neben über 50 Indígena-Sprachen, größte Gruppen sind Náhuatl und Maya

Religion: über 90% Katholiken, protestantische Sekten sind stark auf dem Vormarsch

Staatsform: Präsidiale bundesstaatliche Republik aus 31 Bundesstaaten (die Bundesstaaten besitzen eigene Verfassungen und ihnen stehen Gouverneure vor) und dem Bundesdistrikt (untersteht dem Staatspräsidenten) bestehend. Der Staatspräsident wird auf 6 Jahre gewählt und vereint als Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte eine große Machtfülle.


Wirtschaft

Mexiko zählt zu den industriell fortgeschrittensten Ländern Lateinamerikas und ist reich an Bodenschätzen. Hohe Auslandsschulden aus der Vergangenheit, eine aufgeblähte Bürokratie gepaart mit Ineffizienz bereiten dem Land jedoch große Probleme. Es besteht ein starkes Gefälle zwischen städtischen Industriezentren und ländlichen Regionen.


Bettenhochburg Cáncun

Tourismus

Mit jährlich über 25 Millionen Besuchern gehört Mexiko zu den 10 wichtigsten Tourismusdestinationen der Welt. Insgesamt fließen aus dem Tourismus rund 15 Milliarden US-Dollar jährlich(in die Staatskasse) und etwa 9% aller Erwerbstätigen arbeiten derzeit im Tourismussektor.


Erdöl

Wichtigste Stütze der Wirtschaft ist das Erdöl. Mexikos Rohölreserven gehören zu den größten außerhalb des Nahen Ostens. Der starke Rohöl-Preisverfall von 1982 ließ jedoch seinen Schuldenberg bis auf 100 Milliarden anwachsen und durch eine gigantische Kapitalflucht brach Mexikos Wirtschaft zusammen. Heute wird die gesamte Ölindustrie vom Staatskonzern Pemex kontrolliert und zusammen mit der Tourismusindustrie stellt sie Mexikos wichtigste Einnahmequelle dar.


Industrie Mexiko

Industrie

Mexikos Industriezentren befinden sich vor allem in den Hafenstädten der Golfküste über Puebla und Mexiko Stadt bis hin nach Guadalajara. Über 60% der Gesamtindustrie konzentrieren sich auf den Großraum Mexiko Stadt, was gewaltige Umweltprobleme hervorruft (Luftverschmutzung, Wassermangel etc.)


Maquiladores

Wirtschaftlich bedeutsam sind auch die Maquiladoras. Hierbei handelt es sich um zollbefreite Industriebetriebe mit Billigstlöhnen, angesiedelt an der Grenze zu den USA. Sie stellen die drittgrößte Einnahmequelle Mexikos dar und fertigen hauptsächlich Auto- und Elektro- Zulieferprodukte für die US-Industrie an.


Agrarwirtschaft Mexiko

Landwirtschaft

Neben Industrialisierung ist Mexiko immer noch Agrarland und über 25% der Erwerbstätigen arbeiten im primären Sektor. Problematisch sind jedoch die vielfach veralteten und personalintensiven Anbaumethoden der Landwirtschaft, denn sie sind nicht konkurrenzfähig. Eine Vielzahl an Grundnahrungsmittel wird importiert und staatlich subventioniert. Hierzu gehören auch traditionelle Anbaukulturen wie Mais und Bohnen. Dürreperioden erschweren die Land- und Viehwirtschaft erheblich. Es muss künstlich bewässert werden und die folgliche Wasserknappheit verschlimmert die Lage noch zusätzlich. Eine verstärkte Landflucht und Verarmung der ländlichen Bevölkerung sind die Folgen, vor allem in Staaten wie Oaxaca, Guerrero und Chiapas.


Markt in Chiapas

Schattenwirtschaft

Als Auffangbecken für Erwerbslosigkeit hilft meist lediglich die Schattenwirtschaft. Millionen nicht registrierter Arbeitsloser verdienen sich als fliegende Händler und Anbieter diverser Serviceleistungen (Schuhputzer, Straßenmusiker, Türaufhalter, Nachtwächter u.a.) ein paar Peso und erwirtschaften nach Schätzungen der Handelskammern rund ein Drittel des offiziellen Bruttoinlandsprodukts ohne Steuern zu zahlen. Geplante Privatisierungen großer staatlicher Industrie- und Dienstleistungsbetriebe gepaart mit politischen Reformen und einer liberalen Wirtschaftspolitik sollen Mexikos Wirtschaft den ersehnten dauerhaften Wachstumskurs bescheren.


Sierra Madre Occidental

Geographie

Geographisch gesehen gehört Mexiko zu Nordamerika. Der größere nördliche Teil ist durch die Landenge von Tehuantepec vom kleineren südlichen Teil abgegrenzt. Das zentrale Hochplateau, Kernstück des nördlichen Teils Mexikos, ist von riesigen, diversen Landschaftsformen durchsetzt ( zwischen 900m und 2500m Höhe von Norden nach Süden ansteigend, einige Vulkane ragen mit mehr als 4000 m darüber hinaus). Eingerahmt wird das Hochland von langen, zu den Küstenebenen hin abfallenden Gebirgsketten: der Sierra Madre Oriental im Osten und der Sierra Madre Occidental im Westen.

Cenote

Eine weitere Gebirgskette, die Sierra Madre del Sur, liegt im südlichen Pazifikraum. Die Halbinsel Yucatán ist eine tischflache Kalk- und Karsttafel von weniger als 200 m Höhe. Besonders sind hier die Cenoten, unterirdische Labyrinthe. Die hohe Anzahl von Vulkanen in Mexiko ist einmalig auf der Welt und die meisten befinden sich entlang des so genannten "Transmexikanischen Vulkangürtels" (im Zentrum, zwischen Pazifik und Golf von Mexiko), weitere in der Nähe der Meerenge von Tehuantepec und auch die Baja California ist eine Vulkanzone (Vulkaninseln).

Pico de Orizaba

Der Pico de Orizaba (Citlaltépetl) in Veracruz ist mit 5610m der höchste Vulkan Mexikos und letztmalig brach er 1687 aus. Zum erloschenen Nevado de Toluca führt eine Straße bis zum Kraterrand des Vulkans hinauf. In Michoacán befindet sich der jüngste, zwischen 1943 und 1952 aus dem Boden gewachsene Paricutín Vulkan. Der besonders aktive 3820 m hohe Volcán de Fuego (auch: Colima in Jalisco) ist seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1560 schon Dutzende Male ausgebrochen, zuletzt im Mai 2005 und seine heftigste Eruption wurde im Jahre 1913 registriert.

Popocatépetl

Seit 1994 speit auch Mexikos schönster und berühmtester Vulkan, der 5452 m hohe Popocatépetl, etwa 70 km südöstlich von Mexiko-Stadt gelegen, wieder regelmäßig Asche, Rauch und glühendes Gestein aus und immer wieder mussten umliegende Dörfer evakuiert werden. In seiner Nachbarschaft befindet sich der 5230 m hohe Iztaccíhutl.

Auch mehr oder weniger schwere Erdbeben lassen Mexiko regelmäßig erschüttern. Das folgenschwerste Erdbeben ereignete sich am 19.09.1985 in Mexiko Stadt (Stärke: 8,1) und riss mehr als 10.000 Menschen in den Tod. Von Juni bis November bilden sich an den Küsten immer wieder Wirbelstürme und richten verheerende Zerstörungen an. Sie können sich nur bilden, wenn die Meereswassertemperatur mindestens 27 Grad beträgt. Der zu den stärksten Atlantikstürmen zählende Hurrikan Wilma traf im Oktober 2005 auf die Halbinsel Yucatan und richtete, vor allem in Cancún, gewaltige Schäden an.


Strand Mexiko

Klima

Grob gesehen verfügt Mexiko über zwei Wetter-Jahreszeiten die Regen (Juni-Okt.) - und die Trockenzeit (Nov.-Mai). Die beste Reisezeit ist von Oktober bis April. Das Klima ist sowohl von den Breitengraden als auch von der jeweiligen Höhenlage (Topographie) abhängig. Mexiko kann in vier Klimazonen eingeteilt werden: in die heiße "Tierra caliente" (Meeresspiegel bis etwa 800 m), die mittlere Jahrestemperatur beträgt hier über 25 °C; ganzjährig warm ist es also in den Tieflandgebieten des Südens (Chiapas, Yucatán u.a.), sowie an der südlichen Pazifikküste.

Die mittlere, "Tierra templada" (von 800 m bis 1700 m) wird als die gemäßigte Zone bezeichnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt hier zwischen 18 und 25 °C und Kolonialstädte wie Oaxaca und Taxco gehören in diese Zone (die nördlichen Landesteile dieser Zone zeichnen sich durch extrem heiße Sommer und sehr kalte, evtl. verschneite Winter aus).

In der "Tierra fria", kalte Zone, wird es durchschnittlich nur noch 12-18 °C. Sie erstreckt sich von 1700 m bis hin zur Vegetationsgrenze (höhere Lagen des Zentralplateaus, viele Kolonialstädte gehören dazu, auch das Hochland von Chiapas). Die schneebedeckten Vulkankuppen liegen schließlich in der "Tierra helada" (über der Vegetationsgrenze, die bis zu 4500 m hoch sein kann).


Pflanze Mexiko

Pflanzen und Tiere

Durch die verschiedensten Vegetationszonen bedingt existiert in Mexiko eine besonders artenreiche Flora und Fauna (bezüglich der Vielfalt der Reptilien steht Mexiko z.B. an erster Stelle). Es gibt viele Arten, die nur in Mexiko existieren. Freilebende Tiere zu Gesicht bekommen, ist jedoch meist Glückssache, es sei denn man begibt sich in spezielle Schutzgebiete zu denen es ein breites Tourenangebot gibt.

Kakteen (es gibt in Mexiko über 1000 Arten) und andere Sukkulenten (wasserspeichernde Pflanzen) wachsen vor allem in den Wüsten, Halbwüsten und Steppen, also auf Baja California, in Nordmexiko oder Oaxaca. In den Gebirgszügen der beiden großen Sierras wachsen immergrüne Nadel- und Laubbäume (Kiefern, Zypressen, Eukalyptus und Eichen), darunter auch die Zypressenart Ahuehuete, Mexikos Nationalbaum. Im Tiefland gibt es Edelhölzer wie Mahagoni, Kapok (Ceiba, der heilige Baum der Maya), Chicozapote (dessen Rindensaft einst der Kaugummiherstellung diente) oder Blauholzbäume (Indigo-Farbstoff), doch die Flächen des tropischen Regenwaldes sind in Mexiko nicht mehr sehr groß.

Flora und Fauna in Mexiko

Im tropischen und subtropischen Lebensraum leben u.a. Krokodile, Klammeraffen (mono araña), Brüllaffen, Gürteltiere, Geckos und die steinzeitlich anmutenden Leguane, an den Küsten sind Meeresschildkröten, Pelikane, Reiher und stellenweise auch Flamingos anzutreffen. Besonders reichhaltig ist das Tierleben an den Küsten der Halbinsel Baja California. Hier kommen im Frühjahr die "kleinen" Wale zur Welt, es tummeln sich Seelöwen, Robben und viele andere Tiere. In Bergregionen und Halbwüsten leben u.a. Pumas, Bären, Coyoten, Wildschweine, Gürteltiere (armadillos), Stinktiere (zorillos) sowie die giftige Gila Krustenechse (el monstruo de Gila)und zahlreiche Vogelarten, auch der inzwischen selten gewordene Steinadler. Schlangen (Klapperschlangen!) und Skorpione findet man in vielen Landesteil

Die schönsten Tropenvögel sind der Regenbogen Tukan, der Quetzal und die Guacamayas (Grünflügel Aras). Winzige Kolibris kommen auch gerne in städtische Gärten und naschen an den Blüten. Ein besonderes Naturschauspiel bietet sich von November bis Ende März im Bundesstaat Michoacán. In Schutzgebieten in den Bergen versammeln sich Abermillionen von Monarch-Schmetterlingen, die mit Beginn der kalten Jahreszeit in Kanada und den USA, über 3000 km zurücklegen, um in Mexiko zu überwintern.

Wie schon erwähnt ist auch Mexikos Natur und Umwelt mit starken Problemen belastet. Die zunehmende Verstädterung bringt gewaltige Verkehrsbelastungen, Luftverschmutzung und Müllberge ohne ausreichendes Entsorgungssysteme mit sich. Durch die Erdölindustrie kommt es zu einer extrem hohen Wasserverschmutzung in manchen Gebieten und hohe Pestizidwerte der Agrarindustrie setzen den Böden zu. Insgesamt machen die Kosten der Umweltverschmutzung ca. 10% des mexikanischen BIP aus. Der Wandel zu einem ökologischen Bewusstsein und die Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen geht wie überall sehr langsam und nur in sehr kleinen Schritten vor sich.


Die dunkelhäutige Jungfrau

Religion

Mexiko ist nach Brasilien die zweitgrößte katholische Nation der Welt. An die 90% der Bevölkerung bekennen sich zum katholischen Glauben und er drückt sich hier auf unterschiedlichste Art und Weise aus. Auf der einen Seite gibt es die sehr traditionelle, konservative, spanisch geprägte Amtskirche. In der Mehrzahl der indigen geprägten Regionen hingegen haben sich Vermischungen aus vorkolumbianischen Kulten und dem Katholizismus bis heute gehalten.

Die Virgen de Guadalupe, die dunkelhäutige Jungfrau, wird in ganz Mexiko verehrt. Sie wird als "Königin von Mexiko" bezeichnet und gilt als Beschützerin des kleinen Mannes. Sie spielte eine bedeutende Rolle bei der Missionierung Mexikos, denn mit ihrem Erscheinungswunder (1531) vermengten sich zwei Glaubenswelten.

Religion Mexiko

Am Día de los Muertos, am 1. November, spielt der Tod eine besondere Rolle. Mexikaner aller Schichten bauen Altäre für ihre Ahnen auf und feiern mit ihnen auf dem Friedhof. In der verbreiteten Volksfrömmigkeit vermengen sich mystische und magische Traditionen mit katholischen Vorstellungen auf eine Art, die für Europäer kaum vorstellbar sind. Erklärungen ergeben sich aus der Geschichte des Landes. Mit der Eroberung Mexikos durch die Spanier fand gleichzeitig die geistige Eroberung der indigenen Bevölkerung statt.

Im Namen der Kirche und des christlichen Glaubens wurden fremde Völker unterworfen und die Inquisition verurteilte tausende Ureinwohner auf schrecklichste Weise zu Tode, wenn sie sich von der "Religion der Liebe" nicht bekehren lassen wollten. Doch vollständig konnte die Christianisierung nicht in die Seelen der Indianer eindringen und es entstanden viele christlich-indianische Mischreligionen, deren Anhänger ihren "katholischen" Glauben auf ihre Art praktizieren und Magie und Geisterglaube spielen eine bedeutende Rolle.

Die Verehrung von Kirchenheiligen steht im Mittelpunkt des mexikanisch-katholischen Alltagsglauben. Sie helfen bei Krankheit, Unglück und Liebeskummer und auf den Patronatsfesten werden sie mit rauschenden Fiestas gefeiert.


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