El Tajín
Das präkolumbische Zeremonialzentrum von El Tajín mit der einzigartigen Pyramide de los Nichos ist die archäologische Attraktion der Golfküste. Die Stätte liegt malerisch zwischen Hügeln inmitten tropischer Vegetation zwischen zwei Bächen und ist im gesamten etwa 12 qkm groß mit 168 Gebäuden und 17 Ballspielplätzen. Mit ca. 50.000 Menschen war sie die größte Stadt der Totanaken. Sie entstand etwa 200 v. Chr., ihre Blütezeit lag 700 und 900 n. Chr. Verlassen wurde es um etwa 1200. Die Ruinen wurden erst 1785 wiederentdeckt. Etwa 50 Gebäude und 10 Ballspielplätze sind inzw. freigelegt, doch vieles liegt noch begraben.
Bekannt ist El Tajín auch durch sein kulturelles Ballspiel, was möglicherweise mit Menschenopferungen endete. Bei diesem Spiel mussten die den Ball mit der Hüfte in einen hochgelegenen Ring befördern. Dieser Ball war ein harter Kautschuk-Ball, weshalb die Spieler auch einen großen Gürtel, von welchem steinerne Abbildungen existieren, trugen. Es wird angenommen, dass entweder die Verlierer oder die Sieger anschließend geköpft wurden, wobei feststeht, dass die rituelle Opferung damals als große Ehre galt.

Auch heute noch wird in El Tajín mehrmals am Tage ein altes Fruchtbarkeitsritual der Totonaken gezeigt. Vier Männer (Los Voladores) symbolisieren die vier Winde, ein fünfter Mann gilt als Symbol der Sonne. Tanzend bewegen sich die vier Männer auf den Stamm zu. Sie begrüßen den Stamm und umkreisen ihn mehrmals. Dann begeben sich die vier "Winde" auf die Spitze des Stamms. Als letzter klettert der fünfte als "Sonne" auf die Spitze des Stammes. Er setzt sich gen Osten und beginnt, mit einer kleinen Trommel und einer Flöte zu spielen, während die 4 Winde sich drehend das Seil um den Unterleib wickeln. Die Sonne begrüßt nun die vier Himmelsrichtungen mit ihrem Spiel. Sie wendet sich diesen nacheinander zu und tanzt auf der Spitze. Danach lassen sich die vier Winde kopfüber langsam mit 13 Drehungen auf die Erde nieder. Die Sonne spielt während dieser Zeit die Trommel und Flöte. Nachdem die vier Winde die Erde erreicht haben, begibt sich die Sonne am Stamm oder über eines der Seile auf die Erde nieder.
Dieses Ritual diente früher der Vorbereitung von Jünglingen zwischen 20 und 25 Jahren. Die Voladores begaben sich eine Woche vor dem Ritual auf die Suche nach einem geeigneten Baum. Vor dem Fällen tanzten sie ihm zu Ehren und baten um die Erlaubnis für das Fällen. Erst dann wurde der Baum mit großer Vorsicht gefällt, damit ihm so wenig Schmerzen wie möglich zugefügt werden. Der ausgesuchte Baumstamm musste mindestens 25 m hoch und die Seillänge genau abgemessen sein, damit die Voladores exakt 13 Umkreisungen des Stammes erreichen, welche einen Zeitraum von 52 Jahren symbolisieren.Die Kleidung der Voladores ist auch heute noch eine rote Hose, ein weißes Hemd, ein rotes Band um die Hüften sowie ein Federkopfschmuck.
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