Paquimé

Im Nordwesten des Bundesstaates Chihuahua, zwischen El Paso und der Bundeshauptstadt Chihuahua, liegt Casas Grandes mit seiner berühmten Ausgrabungsstätte "Paquimé" (Náhutl "große Stadt"), ein von der UNESCO geschütztes Weltkulturerbe.

Das ausgedehnte, archäologisch interessante Gebiet am Fuß der Sierra Madre Occidental erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 60 Hektar am Westufer des Casas Grandes River. Erst 10 Hektar des historisch so bedeutenden Gebietes wurden bis heute ausgegraben und gesichert. Die Überreste der Siedlung sind beeindruckend. Mehrere Bauten, bestehend aus bis zu 600 Räumen, wurden aus gestampftem Lehm im mühseligen Handauflegeverfahren errichtet. interessanterweise hatten die Gebäude rechtwinklige Mauern, was auf eine intensive Bauplanung hinweist und einen bemerkenswerten Unterschied zu Bauten anderer Kulturkreise dieser Epoche darstellt. Die Gebäude umschlossen große Spiel- oder Versammlungsplätze. Es gab unterirdische religiöse Versammlungs- räume und begehbare Brunnen. Die Überreste der festen Verkaufstände auf den Märkten, die Ställe der Truthähne und der aus Südamerika importierten Papageien sind heute noch sichtbar.

Wie alle vorkolumbianischen Siedlungen gibt uns Paquimé mehr Rätsel auf, als bis jetzt lösbar sind. Schriftliche Aufzeichnungen der einstigen Bewohner existieren nicht oder wurden von den spanischen Eroberern vollständig vernichtet. Die Funde deuten darauf hin, dass während der Besiedlung (700 - 1450 n. Chr.) Verbindungen wirtschaftlicher und kultureller Art nach Süden bis nach Mittelamerika und nach Norden bis in die heutigen US-amerikanischen Bundesstaaten Texas, New Mexiko und Arizona aufgebaut wurden. Trotz der Blüte war Paquimé schon vor Ankunft der Spanier wieder verlassen. Das Ende der Casas-Grandes-Kultur im 15. Jh. n. Chr. kann durch kriegerische Überfälle oder durch den Zusammenbruch des Handels gekommen sein.

Paquime

Die berühmten Keramikarbeiten aus dem alten Paquimé, ein wichtiger Bestandteil des vorkolumbianischen Handels, sind bis auf wenige Exemplare nur als Scherben in den großen Museen dieser Welt zu bewundern. In den 60er Jahren des 20. Jh. war in Mata Ortíz, einem kleinen Ort in der Nähe Paquimés, der junge Juan Queseda von den keramischen Überresten der Ausgrabungen so fasziniert, dass er in einer Reihe von Experimenten versuchte, ähnliche Keramiken herzustellen. Dazu war es notwendig, das richtige Rohmaterial zu finden. Reiner Ton riss beim Trocknen. Es dauerte einige Zeit bis man das ursprünglich benutzte Material fand - Ton mit Vulkanasche vermischt, aus einer Fundstelle in der Nähe von Paquimé.

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