Chiapas
Im südlichsten Zipfel Mexikos liegt Chiapas. Der wohl interessanteste Bundesstaat bietet seinen Besuchern wunderschöne Landschaften, kulturelle Vielfalt und ist das Tor zur Welt der Maya. Bewaldete Berge, Regenwälder, Vulkankegel, Wasserfälle, berühmte Mayastätten und eine unglaubliche Flora und Fauna machen die Region besonders reizvoll. Die Menschen leben hier bis heute ihre Traditionen, Sprachen sowie Religionen aus und Chiapas besitzt -nach Oaxaca- den größten indigenen Bevölkerungsanteil.
Neben allem Schönen der Region muss Chiapas leider auch mit vielen Problemen kämpfen. Hohe Arbeitslosenquoten, Analphabetenraten, ein schlechtes Gesundheitssystem, Ausbeutung, Unterdrückung und Armut sind hier Realität und es kommt immer wieder zu Revolten, die sich aber bislang nicht gegen Touristen gewendet haben.
Tuxtla Gutiérrez
Mit 450.000 Einwohnern ist Tuxtla die Hauptstadt des Bundesstaates Chiapas. Touristisch gesehen gibt es hier keine wirklichen Anziehungspunkte und dient meist als Zwischenstation auf der Weiterreise zum Sumidero-Canyon, nach San Christobal de las Casas oder zur Pazifikküste.
Cañón del Sumidero
Ein atemberaubendes Erlebnis bietet eine Bootsfahrt auf dem Río Grijalva in den Cañón del Sumidero. Durch einen tektonischen Riss zwischen Tiefland und Sierra bildete sich eine tiefe Schlucht (Höhe 1200-700m über NN) und der einst wilde Fluss wird heute als Stausee genutzt. Teilweise über 1000 m hohe Felswände machen den Sumidero (Abflussgraben) zu einer der tiefsten Flussschluchten weltweit. Auch auf dem Landweg durch den Cañón del Sumidero-Nationalpark ist die tiefe Felsenschlucht ein Erlebnis. Hier verläuft eine Panoramastraße und man passiert viele lohnende Aussichtspunkte.
San Cristóbal de las Casas
Auf 2100 m Höhe, im Süden Mexikos liegt San Cristóbal de las Casas ein Touristenmagnet sondergleichen und für seine koloniale Schönheit und besondere Atmosphäre geliebt. Der Reiz der Stadt sind nicht besondere Sehenswürdigkeiten sondern vielmehr das Zusammentreffen kolonialer Vergangenheit und indigener Gegenwart. Treffpunkt der Stadt ist der Zocalo mit seinen schattenspendenden Bäumen und Palmen. Gemütliche Cafés und Restaurants, Galerien, Artesanía Läden, Museen und touristische Angebote aller Art bietet San Cristobal seinen Gästen.
Der Mercado Indígena zählt zu den interessantesten Märkten Mexikos und Indigena in ihren verschiedenen Stammestrachten bieten eine Vielzahl an Waren wie Kleidung, Lebensmittel, Schmuck, Tonwaren, Blumen und vieles mehr an. San Cristobal de las Casas ist Ausgangspunkt für Touren in die umliegenden Indígena Dörfer sowie nach Palenque und Yucatán.
Indígena Dörfer
In Chiapas bilden überwiegend die Tzotziles und Tseltales (verwandte Maya Ethnien) die indigenen Wurzeln. Unterscheidungsmerkmal sind ihre Trachten und Sprachen. Gemein ist ihnen das mehr oder weniger ausgeprägte autonome Leben und das Wehren gegen die mexikanische Obrigkeit und bevormundende Mestizo Gesellschaft. Für einen Besuch in den Dörfern gilt respektvolles Auftreten und das Achten des Sittenkodex (Kleidung, Fotografieren etc.) als oberste Devise. San Juan Chamula ist das meistbesuchte Indígena Dorf um San Cristóbal.
Die Attraktion des Dorfes ist die Kirche in deren Inneren Fotografieren strengstens untersagt ist. Sie wurde im 17. Jh. erbaut und beim Betreten brennen auf dem mit Piniennadeln bestreuten Boden hunderte Kerzen und Weihrauchschwaden sorgen für eine geheimnisvolle Stimmung. Hier gibt es keine Orgel oder Kirchbänke, Kanzel oder Beichtstühle und beim Eintreten ist der Besucher meist überrascht oder verwirrt. Weitere Dorfgemeinschaften Nahe San Cristóbal sind Zinacantán, Tenejapa, San Andrés de Larráinzar oder San Pedro Chenalhó.
Casadas Agua Azul
Die schönsten Wasserfälle Mexikos befinden sich von üppiger Vegetation umgeben im Biosphärenreservat Cascadas Agua Azul. Das "Blaue Wasser" des Río Yax bahnt sich seinen Weg über zahlreiche Felstreppen und weißschäumende Kaskaden bieten ein beeindruckendes Schauspiel. An markierten Stellen kann gebadet werden ansonsten heisst es Vorsicht vor starken Strömungen.
Cascadas Misol Há
Inmitten schönster tropischer Vegetation zwischen Agua Azul und Palenque donnert der wunderschöne Misol Há (maya: Wasserfall) in ein tiefes Becken, welches zum kühlenden Bad einlädt. Über einen kleinen Pfad gelangt man hinter dem Wasservorhang zu einer kleinen Höhle mit einem winzigen Wasserfall.
Ruinen von Palenque
Umgeben vom tropischen Regenwald wurde Palenque um 300 n.Chr. errichtet und zählt zu den schönsten Maya Stätten. Die Stadt vor märchenhafter Kulisse wurde zwischen dem Bergland von Chiapas, den Ausläufern der Selva Lacandona und der Tiefebene von Tabasco auf ca. 200 m Höhe erbaut. Seinen Höhepunkt erlebte das politische und religiöse Zentrum um 650 und 750 n.Chr. unter König Pacal und seinem Sohn Chan-Bahlum II. Sie waren verantwortlich für die Großmachtstellung Palenques.
Der bekannte Tempel der Inschriften und die Pyramide XIII zählen zu den berühmtesten Maya-Pyramiden Mexikos. Sie wurden sowohl als Kultstätte als auch als Grabmäler der Herrscher genutzt. Unter Einbezug der astronomischen Gesetze entstand eine offene Stadtstruktur von beachtlicher Größe wovon der heutige Besucher nur einen kleinen Teil zu sehen bekommt (ca. 500 x 800 m) denn bis dato wurden nur etwa 10 Prozent durch Ausgrabungen freigelegt und Wissenschaftler vermuten die Gesamtanzahl der Bauten betragen um die 500.
Insgesamt scheint die Ästhetik Palenques vollkommener als die anderer Stätten und dem Besucher ist ein unvergessliches Erlebnis sicher. Als Gründe für den Untergang des Reiches werden politische Unruhen und langwierige ökologische Krisen vermutet und so verliessen um 810 tausende Bewohner die Stätte welche vom Urwald verschlungen wurde.
Yaxchilán
Im linken Flussufer des Río Usumacinta liegt Yaxchilán. Die Anlage stammt wie Palenque aus der klassischen Maya Periode und wurde um 300 n.Chr. erreichtet. Yaxchilán gehörte zu den großen, eigenständigen Stadtstaaten der Maya und seine Blütezeit wird auf das 7. und 8. Jh. geschätzt. Zum bedeutendsten Maya Zentrum der Region wurde es nach dem Untergang Palenques (810) doch wenig später wurde auch Yaxchilán von seinen Bewohner verlassen (um 900).
Das Areal umfasst etwa 100 größere und kleinere Bauten doch nur ein kleiner Teil ist freigelegt und wenig restauriert (erst ab 1970 wurde Yaxchilán gründlicher erforscht). Doch durch die einmalige Urwaldkulisse und die mystische Atmosphäre, hervorgerufen durch das laute Geschrei der Brüllaffen, versetzen den Besucher in eine vergangene Zeit direkt zu den Mayas. Die prägenden Herrscher Yaxchiláns stammten aus der Balam Familie. König Itzam-Balam I und sein Sohn Yaxun Balam IV waren maßgeblich für die Expansion und Entwicklung Yaxchiláns verantwortlich.
Bonampak
Im Jahre 1946 wurde Bonampak entdeckt und wahrscheinlich war es ein kleineres Maya Fürstentum welches mit dem etwa 30 km entfernten Yaxchilán in Verbindung stand. Auf dem waldumgebenen Platz finden sich mehrere Gebäude doch das interessanteste ist der Templo de las Pinturas. Die Innenwände sind mit Pflanzen und Mineralpigmentfarben meisterhaft bemalt, um etwa 790 entstanden und bis heute - mehr oder weniger gut - erhalten. Die Gemälde stellen Schlachten, Opferhandlungen und das Leben bei Hof dar.
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