Die Golfküste Mexikos

An der Meeresbucht Golf von Mexiko liegen vier mexikanische Bundesstaaten: Tamaulipas, Veracruz, Tabasco (siehe Chiapas) sowie Campeche (siehe Yucatán Halbinsel).
Die Region ist sehr abwechslungsreich: Felsige Buchten und Sandstrände (jedoch nicht mit denen in der Karibik zu vergleichen), Mangrovengebiete und üppiger Regenwald, hügelige Landschaften und der höchste Berg Mexikos sowie lebendige Städte und einige bedeutende Ausgrabungsstätten zeichnen die mexikanischen "Golfstaaten" aus. Trotzdem stehen sie im Schatten vieler anderer Regionen Mexikos. Nicht zuletzt durch Negativberichte in der Presse zu Ölkatastrophen, Hurrikans und Kriminalität hat das Image von Veracruz & Co. gelitten.


Der Bundesstaat Veracruz

Die Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaates Veracruz ist nicht die Hafenstadt Veracruz, sondern Xalapa.
Das hügelige, fruchtbare Land Veracruz' wurde unter anderem von den Olmeken, Tolteken und den Totonaken besiedelt. Heute gehört Veracruz aufgrund der Erdölförderung im Golf von Mexiko zu den reichsten Bundesstaaten. Es ist zudem für hervorragenden Kaffee, Kakao und Vanille bekannt.

Neben der Ausgrabungsstätte El Tajín sind die "Jarochos" (so bezeichnen sich die Einwohner von Veracruz selbst) auf die Pueblos Mágicos Tlacotalpan und Coatepec sowie auf den mit 5.636 m höchsten Berg Mexikos, den Pico de Orizaba (oder auch Citlaltepetl), stolz.
Die Bewohner von Veracruz feiern den Karneval im Februar sehr ausgiebig und farbenfroh. Sie beginnen die Karnevalszeit mit der "Verbrennung der schlechten Laune" (Quema del mal humor) und begehen die ausgelassene Zeit dann mit großen Umzügen.
Touristen werden außerdem von den Abenteuersportarten - vor allem Wildwasserrafting - die hier erlebt werden können, angezogen.


Xalapa (Jalapa)

Xalapa, die Hauptstadt Veracruz', besitzt den Beinamen "Ciudad de la Flores" (Blumenstadt), den Alexander von Humboldt ihr verlieh. Die koloniale Innenstadt ist von den typisch bunten Häuser geprägt. Empfehlenswert ist ein Bummel durch den "Callejón del Diamante", die Gasse der Künstler und Cafés.
Der eigentliche Schatz der Stadt ist jedoch das Museo de Antropología, das zu den besten Museumsbauten des 20. Jahrhunderts zählt. Hier werden viele Exponate aus der Golfregion - von Olmeken, Totonaken und Huaxteken - ausgestellt.
Übrigens würde die Chiliart Jalapeño nach Xalapa benannt.


Hafenstadt Golfküste

Veracruz (Puerto de Veracruz)

1519 ging der spanische Seefahrer Hernán Cortés unweit der heutigen Hafenstadt Veracruz an Land und begann seinen Eroberungsfeldzug durch Mexiko. Hier verließen während der spanischen Kolonialzeit dann auch unzählige Schiffe mit Gold- und Silberschätzen Mexiko. Zudem war Veracruz immer wieder Angriffspunkt für Piraten sowie für die Franzosen, Engländer und US-Amerikaner.

Typisch weisse Trachten Veracruz beim Danzon Tanz

Bis heute hat sich Veracruz seine Rolle als wichtigste Hafenstadt am Atlantik bewahrt.
Die Stadt ist von einem feuchtheißen Klima geprägt. Die wichtigen Gebäude der Stadt entstanden erst um 1900 im klassizistischen Stil, den hohe Arkaden auszeichnen. Trotzdem versprüht die Stadt einen besonderen Charme. Vor allem abends erwacht der Zócalo mit seinen vielen Cafés und Restaurants zum Leben. Hier wird auch die vielfältige Folklore Veracruz' aufgeführt: Die Danzoneros tanzen in ihren weißen Trachten zu Son und Marimbaspieler führen die typische "música jarocha" auf.
Die Hafenfestung San Juan de Ulúa empfiehlt sich für eine Besichtigung. Es gibt außerdem ein Meerwasseraquarium in Veracruz. Im Café Los Portales sollte man unbedingt einen frisch gebrühten Kaffee aus dem Bundesstaat Veracruz probieren.


Pyramide de los Niches

El Tajín

Die Ausgrabungsstätte El Tajín ("Blitz") liegt eingebettet in eine malerische tropische Landschaft.
Die Siedlung entstand bereits ca. 100 v. Chr. Und erreichte ihre Blütezeit im 6. - 9. Jahrhundert n. Chr. unter den Totonaken.
Die Gebäude weisen außergewöhnliche Formen und Dekorationen auf und machen El Tajín zu einer einzigartigen Stätte in Mexiko. Die Bauten sind mit detailreichen Reliefs ausgestaltet. Der Stuck wurde bemalt und ist durch seine Platzierung in Nischen vor der feuchtwarmen Witterung geschützt.
Die Pirámide de los Nichos mit 364 Nischen ist der prächtige Haupttempel der Anlage. Zudem zeichnet sich El Tajín durch unzählige Ballspielplätze aus.

Tradition Mexiko

Täglich führen junge Männer am Eingang zur archäologischen Stätte den "Fliegertanz" auf. Die vier voladores (fliegende Menschen) rotieren an Seilen hängend um einen hohen Mast zum Boden herab. Ein fünfter Mann sitzt auf dem Mast und spielt Trommel und Flöte. Die voladores symbolisieren den Weg der Sonne am Firmament
El Tajín gehört seit 1992 zum UNESCO Weltkulturerbe.

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