Kupfer Canyon

Mexikos ergreifendste Berglandschaft ist die Sierra Madre Occidental und liegt in einer der entlegendsten Regionen der Welt. Der einzig mögliche Weg ist eine Zugfahrt: 661 Kilometer mit dem legendären Chepe. Er fährt zwischen Chihuahua und Los Mochis und die Fahrt dauert planmäßig 15 Stunden. Die Züge der 1. Klasse (Primera Express) verlassen Los Mochis und Chihuahua um 6 Uhr morgens, eine Stunde früher als die 2. Klasse. Die 1. Klasse legt 6 Stopps hin und die 2. Klasse hält bis zu 65 Mal. Die Fahrt kann an den einzelnen Bahn-Stationen für einen oder mehrere Tage unterbrochen werden. Auf der insgesamt 661 km langen faszinierenden und abwechslungsreichen Strecke werden nicht nur 37 große Brücken und 86 Tunnel passiert, einmal winden sich die Schienen sogar mit 360 Grad um ein Tal. Es erwarten Sie auch die schönsten Naturszenerien. Zuerst sind es die Kakteenwälder, dann tropische Palmen, Bananenplantagen sowie Mangobäume und schließlich der überwältigende Kupfer Canyon selbst, der Sie aus dem Staunen nicht herauskommen lässt.


Kupfer Canyon Zug

An- und Weiterreise:

Inlandsflug nach Chihuahua und Los Mochis möglich sowie Busverbindungen - so auch von El Paso (Texas). Als einzige Schifffahrtslinie verbindet Baja Ferries das mexikanische Festland mit der Baja California (von Topolobampo/Los Mochis nach La Paz). Die Fähre verkehrt täglich (siehe auch: www.bajaferries.com)


Beste Reisezeit:

Die Kupferschluchten können ganzjährig bereist werden. In den Wintermonaten liegt auf den durchschnittlich 2.800 m hohen Berggipfeln Schnee. In den Tälern herrscht das ganze Jahr über subtropisches Klima.Kleidung: Leichte Sommerkleidung in den Sommermonaten (April bis Oktober) und wärmende für evt. Kälteeinbrüche nach dem "Zwiebelschalenprinzip" in den Wintermonaten.


Norden Mexikos

Bester Platz im Chepe:

Am besten genießen Sie die Fahrt stehend an den geöffneten Fenstern der Wagontüren. Die Sitzplätze der Großraumabteile geben den Blick zu beiden Seiten der Strecke frei. Rollstuhlfahrer: An Bord gibt es Rollstuhlfahrergeeignete Plätze. Das Zugpersonal hilft Rollstuhlfahrern gerne beim Ein- undAusstieg. Eine behindertengerechte Toilette gibt es leider nicht. Sicherheit: Sicherheit wird an Bord des CHEPE großgeschrieben. Die Zugbegleiter achten auf Ihr Gepäck -  Reiseunterlagen und Wertsachen sollten jedoch immer am Mann bleiben.


Indigenas im Norden Mexikos

Tarahumara:

Die Tarahumara ("Flußläufer") zählen heute noch etwa 50.000 und leben zurückgezogen in den Schluchten und Tälern der Sierra Madre Occidental. Sie leben von der Viehzucht und dem Ackerbau.


Barrancas del Cobre Sierra Tarahumara

Von Chihuahua nach Los Mochis

Morgens beginnt die Zugfahrt um 6 Uhr in Chihuahua. Etwa 15 h Fahrt liegen vor einem, unterbrochen von mehreren Stationen. Nachdem man die Stadtlichter hinter sich lässt, durchquert man weite, landwirtschaftlich genutzte Ebenen. Um die Mittagszeit erreicht man Creel, das Siedlungsgebiet der Tarahumara, bescheidene und sanftmütige Nomaden. Sie sind bekannt als "Flussläufer" und haben eine unglaubliche Laufleistung, im Sommer bewirtschaften sie Gemüsefelder auf den Hochebenen, im Winter ziehen sie sich wie seit Jh. in ihre Höhlenwohnungen und Hütten zurück.

Arareco See

In Creel kann der tiefblaue Arareco-See und die Cascada de Basaseachic, der zweithöchste Wasserfall Mexikos besucht werden, der sich inmitten der rauen Bergwelt über 300 Meter in ein kleines Felsbecken ergießt. Unbedingt besuchenswert ist auch das kleine Dörfchen San Ignacio de Arareko mit der gleichnamigen Missionskirche. Auf dem Weg dorthin streift man das Valle de las Ranas und Valle de los Hongos mit pilzförmig geformten Steinen. Empfehlenswert ist ein Besuch der Cueva de Sebastián, für ein geringes Entgelt kann man dort eine Tarahumara-Familie besuchen und ihre Höhle entdecken. Sie werden Sich wundern, wie gut diese ihr Leben dort meistern und organisieren.

Kupfer Canyon

Am folgenden Tag beginnt die Fahrt von der Zugstation in Creel. Es geht bergauf, bis man in Los Ojitos ankommt. Bizarre Felsen prägen den höchsten Punkt der Reise auf 2.400 m Höhe. In Divisadero hält der Zug für 20 Minuten, damit alle Passagiere einen Blick über die gigantischen 1.500 steil abfallende Felshänge werfen können. Gischtschäumende Wasserfälle und gewaltige Canyons säumen den Weg. Der nächster Stopp ist Posada Barrancas - ein Hotel mit Holzfäller Atmosphäre, in dem abends ein offenes Feuer brennt und eine fantastischen Aussicht offeriert. Ein Blick direkt in den Canyon von der Hotelterrasse aus. Hier kann man Stunden verbringen, um dieses unglaubliche Bild zu bewundern.

Zug Kupferschluchten

Die Gegend lädt zu herrlichen Spaziergängen direkt zum Rande des Canyons ein und mit jedem Schritt ändert sich das Bild auf das gigantische Schluchtensystem. Hier trifft man auch auf die Plätze der Tarahumara Frauen, gekleidet in mehrere farbenprächtige Röcke, mit den Babys auf ihren Schultern, hocken sie und flechten Körbe.  Am nächsten Tag geht es weiter nach Bahuichivo. Von der Station kann man sich abgeholen lassen und wird zum nächstgelegenen Dörfchen Cerocahui gebracht. Von der alten Missionsstation können wunderschöne Ausflüge in die Bergwelt unternommen werden, ob per Pferd oder zu Fuß. Am nächsten Tag geht es über Brücken und Tunnel weiter, geradewegs durch die Bergwelt der Barrancas. Das Klima ändert sich, es wird schwül-warm und die der Pazifik ist recht nah, denn der Chepe nähert sich Los Mochis, dem Endpunkt der Reise. Los Mochis sollte man nur als Durchfahrtsstation nutzen. Die Stadt ist schwül und leidet unter Mücken, vielmehr sollte man weiter reisen nach Baja California oder entlang der Pazifikküste, so z.B. nach Puerto Vallarta.