Kupfer Canyon

Mexikos ergreifendste Berglandschaft ist die Sierra Madre Occidental und liegt in einer der entlegensten Regionen der Welt. Der einzig mögliche Weg durch die Bergwelt ist eine Zugfahrt: 653 Kilometer mit dem legendären Chepe. Er fährt zwischen Chihuahua und Los Mochis (bzw. vice versa) und die Fahrt dauert um die 16 Stunden. Abfahrt ab beiden Stationen ist jeweils um 6 Uhr morgens. Die Fahrt kann an den einzelnen Bahnstationen für einen oder mehrere Tage unterbrochen werden.

unterwegs im Kupfer Canyon

Auf der faszinierenden und abwechslungsreichen Strecke von insgesamt 653 km werden nicht nur 37 große Brücken und 87 Tunnel passiert. Besondere Highlights sind der La Pera Tunnel, in dem der Zug einen halbkreisförmigen Bogen fährt und El Lasso - eine Stelle an der Zug eine Schleife fährt. Eine Zugfahrt mit dem Chepe entschleunigt. Steile Streckenabschnitte bewältigt der Zug mit gerade mal 15km/h. Immerhin muss er knapp 2400 Höhenmeter überwinden. Neben dem technischen Wunder erwarten Sie auch die schönsten Naturszenerien. Zuerst sind es die Kakteenwälder, dann tropische Palmen, Bananenplantagen sowie Mangobäume und schließlich der überwältigende Kupfer Canyon selbst, der Sie aus dem Staunen nicht herauskommen lässt. Die genaue Reiseroute mit Kilometerangabe kann man hier einsehen.

Im März 2012 ging es für uns selbst in den Kupfer Canyon. Lesen Sie hier unseren interessanten Reisebericht.


Baja Ferries

An- und Weiterreise

Am besten fliegt man nach Chihuahua oder Los Mochis, da die Anreise mit dem Bus doch sehr langwierig ist. Als einzige Schifffahrtslinie verbindet Baja Ferries das mexikanische Festland mit der Baja California. Die Strecke Topolobampo/Los Mochis nach La Paz wird täglich außer samstags bedient. Von La Paz nach Topolobampo/Los Mochis steht die Fähre hingegen am Sonntag still. (Siehe auch: www.bajaferries.com)


Beste Reisezeit

Die Kupferschluchten können ganzjährig bereist werden. In den Wintermonaten liegt auf den durchschnittlich 2.800 m hohen Berggipfeln Schnee. In den Tälern herrscht das ganze Jahr über subtropisches Klima.

Kleidung: Leichte Sommerkleidung in den Sommermonaten (April bis Oktober) und wärmende Kleidung (nach dem "Zwiebelschalenprinzip") für eventuelle Kälteeinbrüche in den Wintermonaten. Die Regenzeit von Juni bis September sorgt für eine üppige Vegetation; in der Trockenzeit von Oktober hingegen ist es karger.


freundliches Zugpersonal im Chepe

Bester Platz im Chepe und Ihre Sicherheit

Oft liest man, dass die Sitzplätze auf der rechten Seite wohl die besten seien. Tatsächlich kann man jedoch keine Sitzplätze vorab reservieren, diese werden beim Einsteigen vom Zugpersonal zugewiesen. Zudem bietet auch ein Sitzplatz auf der linken Seite eine tolle Sicht. Am besten lässt sich die Fahrt eh im Stehen, an den geöffneten Fenstern der Wagontüren, erleben. Oder man besucht das Bordrestaurant, hier gibt es tolle Panorama-Fenster, wo man das Getränk seiner Wahl mit bester Aussicht geniessen kann.

Für Rollstuhlfahrer ist es wohl wichtig zu wissen, dass es an Bord einen rollstuhlgeeigneten Platz für sie gibt. Eine behindertengerechte Toilette fehlt jedoch leider noch.
Ihre Sicherheit an Bord wird im CHEPE großgeschrieben. Wundern Sie sich nicht über bewaffnete Sicherheitsbeamte im Zug. Es dient nur zu Ihrer Sicherheit. Ihr Gepäck ist auch sicher an Bord. Behalten Sie lediglich die wichtigen Reiseunterlagen und Wertsachen bei sich.


Indigenas im Norden Mexikos

Tarahumara

Die Tarahumara oder auch Rarámuri ("die Leichtfüßigen") - wie sie sich selbst nennen - sind eine Ethnie im Nordwesten Mexikos, also auch durchaus im Gebiet des Kupfer Canyons. Besonders bekannt sind die Tarahumara durch ihr Wandertalent und ihre Ausdauer. Sie leben äußerst zurückgezogen, teilweise in Höhlen und manche Mitglieder dieser ethnischen Gruppe haben die jahrelange Angewohnheit, als Halbnomaden zu leben, beibehalten. So bevorzugen sie im Sommer, hoch oben in den Bergen zu leben und im Winter eher im wärmeren Tal. Auf ihren Wanderungen legen sie mühelos Strecken zurück, mit denen selbst trainierte Läufer kämpfen müssten. Der Großteil der Tarahumara lebt jedoch in kleineren Orten in Gemeinschaft mit anderen Mitgliedern der Volksgruppe. Der Lebensstil kann als sehr einfach beschrieben werden und ist von gegenseitiger Fürsorge, Respekt und Hilfsbereitschaft geprägt.

Von Außenstehenden werden die Tarahumara oft als etwas scheu wahrgenommen. Die äußerliche Erscheinung ist sehr markant: sowohl Männer als Frauen haben lange Haare, tragen meist traditionelle und bunte Kleidung. Ihren Lebensunterhalt bestreitet diese indianische Volksgruppe oft mit Maisanbau und Viehzucht. Frauen widmen sich oft dem Flechthandwerk und verkaufen verschiedene Körbe. Die Armut ist zum Teil jedoch groß. Wenn Tarahumaras Geld oder andere Dinge geschenkt bekommen, ist es unüblich, sich zu bedanken, denn es gehört für die Tarahumara zu den Selbstverständlichkeiten, mit anderen zu teilen, wenn man mehr als genug Besitz hat.


Reise in den Kupfercanyon

Von Chihuahua nach Los Mochis

Morgens beginnt die Zugfahrt um 6 Uhr in Chihuahua. Etwa 15 h Fahrt liegen vor einem, unterbrochen von mehreren Stationen. Nachdem man die Stadtlichter hinter sich lässt, durchquert man weite, landwirtschaftlich genutzte Ebenen. Um die Mittagszeit erreicht man Creel, das Siedlungsgebiet der Tarahumara. Das Straßenbild hier versetzt manch einen sicherlich in Staunen: die Einwohner tragen gerne mal ausgewaschene Jeans, Cowboystiefel und die dazu passenden Hüte - man meint geradewegs in einen Western katapultiert worden zu sein.

Tal der Pilzköpfe bei Creel

In Creel können der tiefblaue Arareco-See und die Cascada de Basaseachi, der zweithöchste Wasserfall Mexikos besucht werden, der sich inmitten der rauen Bergwelt mit 246 Meter in ein kleines Felsbecken ergießt. Einen Besuch ist auch unbedingt das kleine Dörfchen San Ignacio de Arareco mit der gleichnamigen Missionskirche wert. Auf dem Weg dorthin streift man das Valle de las Ranas (Tal der Frösche) und Valle de los Hongos (Tal der Pilze) mit seltsam geformten Steinen. Empfehlenswert ist auch der Besuch der Cueva de Sebastián, für ein geringes Entgelt kann man dort eine Tarahumara-Familie besuchen und ihre Höhle entdecken. Sie werden Sich wundern, wie gut die Tarahumara ihr Leben in der Höhlenwohnung meistern und organisieren.

Kupfer Canyon

Am folgenden Tag beginnt die Fahrt von der Zugstation in Creel. Es geht bergauf, bis man in Los Ojitos ankommt. Bizarre Felsen prägen den höchsten Punkt der Reise auf 2.400 m Höhe. In Divisadero hält der Zug für 20 Minuten, damit alle Passagiere einen Blick über die gigantischen 1.500 steil abfallende Felshänge werfen können. Schäumende Wasserfälle und gewaltige Canyons säumen den Weg. Der nächste Stopp ist Posada Barrancas - hier steht direkt am Canyonrand das Hotel Mirador, ein Hotel mit Holzfäller-Atmosphäre. Am Abend kann von der Hotelterrasse der Sonnenuntergang bewundert werden und es wird einem regelrecht schwer ums Herz, wenn man dieses unglaubliche Panorama vor sich hat.

Divisadero Barrancas

Die Gegend lädt zu herrlichen Spaziergängen direkt zum Rande des Canyons ein und mit jedem Schritt ändert sich das Bild des gigantischen Schluchtensystems.

Aber auch die Technik hat Einzug in den Kupfer Canyon genommen. So findet man hier eine imposante Seilbahnanlage mit einer Strecke von 2.750 m. Die "teleférico" bringt ihre Besucher zu einem beeindruckenden Aussichtspunkt, mit einem wunderschönen Panoramablick auf das Canyonsystem. Wer es noch aufregender mag, wagt sich auf die Ziplines (Stahlseile, die über die Schluchten gespannt sind und an denen man gut gesichert runterrollen/schwingen kann).

Cerro Gallagos

Am nächsten Tag geht es weiter nach Bahuichivo. Von der Station kann man sich abholen lassen und wird zum nächstgelegenen Dörfchen Cerocahui gebracht. Von der alten Missionsstation können wunderschöne Ausflüge in die Bergwelt unternommen werden, ob zu Fuß oder per Pferd. Am nächsten Tag geht es über Brücken und Tunnel weiter, geradewegs durch die Bergwelt der Barrancas. Das Klima ändert sich, es wird schwül-warm und die der Pazifik ist recht nah, denn der Chepe nähert sich Los Mochis, dem Endpunkt der Reise. Los Mochis sollte man nur als Durchfahrtsstation nutzen. Die Stadt ist schwül und leidet unter Mücken, vielmehr sollte man weiter reisen nach Baja California oder entlang der Pazifikküste, so z.B. nach Puerto Vallarta.

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