Halbinsel Yucatán
Die dünn besiedelte Halbinsel hat eine Fläche von 200.000 qkm und teilt sich in die drei Bundesstaaten Yucatán, Campeche und Quintana Roo auf. Der Río Usamacinta teilt die Halbinsel vom übrigen Mexiko und man stößt weiter in das Kernland der Maya vor. Das Klima der Halbinsel ist fast ganzjährig schwülwarm bis heiß und von Juli bis Oktober können über die Karibikküste Hurrikane einbrechen. Die Halbinsel besteht aus einer flachen Kalksteinplatte, die nur wenige Meter über den Meeresboden ragt.

Mérida
Durch das sehr trockene Klima bildeten sich unterirdische Flüsse, welche über die Jahre hinweg unzählige Grotten und Höhlen erschufen. Ehemalige Maya-Stätten gibt es hier in Hülle und Fülle. Zu den bekanntesten zählen Chichén Itzá, Uxmal und Tulúm. Yucatáns nördliche Küstenlinie verläuft am Golf von Mexiko von Ciudad del Carmen bis zur Insel Holbox.
Die schönsten Strände gibt es jedoch an der östlichen Karibikküste von Cancún aus bis runter nach Tulúm, auch als Riviera Maya bekannt. Yucatáns Haupteinnahmequelle ist der Tourismus, untergeordnete Wirtschaftsfaktoren sind z.B. die Fischerei, Holzindustrie, und die Verarbeitung von Sisalagaven. Auf dem Land und in den meisten Teilen Yucatáns wird meist noch das alte yucateca-Maya gesprochen, eine sehr bildliche Sprache mit vielen Wortspielen. Auch die Küche Yucatáns ist vielfältig und wohlschmeckend mit vielen regionalen Spezialitäten.

Ruta Puuc und Ruta los Conventos
Ein beliebtes Ausflugsziel von Mérida aus ist die nahe liegende Ruinenstätte Uxmal. Doch die Sierra Puuc, das sanfte Hügelland südlich von Mérida bietet noch andere interessante Dinge: die Landschaft ist geradezu vollgepackt mit archäologischen Stätten, wie Kabáh, Sayil und Labná. Die Stätten scheinen auf den ersten Blick ähnlich, doch jede hat ihren eigenen Stil. Man kann sie alle auf der Rundtour, der Ruta Puuc besichtigen. Interessant sind auch die alten Sisal-Haciendas Yaxcopoil und Ochil sowie die Höhle von Loltún. Mögliche Reiseroute: Umán, Hacienda Yaxcopoil, Hacienda Temozón Sur, Hacienda Ochil, Muna, Uxmal, Kabáh, Sayil, Xlapak, Labná, Grutas de Loltún. Am besten fahren Sie die Route mit einem Mitwagen ab.

Ideal lässt sich die Route kombinieren mit der Ruta de los Conventos. Auf der Route der Klöster lernt man typische kleine yucatekische Landstädtchen, uralte Kirchen und Klöster, Märkte, Cenotes sowie die einst sehr bekannte Stadt Mayapán kennen. Sehenswert und historisch interessant sind hier vor allem die Kirchen und Klöster der Städtchen. Es sind fast ausnahmslos Gründungen der Franziskaner-Mönche aus dem 16. und 17. Jh. (sie kamen 1523 nach Mexiko). Wie die meisten Bauwerke dieses Ordens sind es architektonisch schlichte, einschiffige Kirchen mit massiven Mauern und kahlen Fassaden, überwölbt von durchgehenden Tonnendächern. Sie wurden meist auf zerstörten Mayatempeln errichtet.
Ein Vorschlag zur Reiseroute: Oxkutzcab - Ticul - Maní - Teabo - Chumayel - Mama - Tekit - Telchaquillo - Mayapán - Tecoh - Acancéh - Mérida.
Am besten fahren Sie die Route mit einem Mietwagen ab, da nur wenige Busse zwischen den Orten verkehren.
Die bekanntesten Stationen der beiden Routen:

Izamal
Wegen ihrer vielen Pyramiden-Hügel wurde Izamal früher "La Ciudad de los Cerros" genannt, doch bekannter ist sie heute als "La Ciudad Amarilla", als "gelbe Stadt", weil der überwiegende Teil der Stadt und deren Convento de San Antonio de Padua ockergelb getüncht ist.

Uxmal
Etwa 80 km südwestlich von Mérida befindet sich Uxmal. Zusammen mit Chichén Itzá zählt es zu den bedeutendsten aller Maya Stätten Yucatáns. Gegründet wurde Uxmal um 400 n.Chr. und den Höhepunkt seiner wirtschaftlichen und religiösen Macht hatte es zwischen 800 und 1000 n.Chr. Hier lebten etwa 20.000 Menschen und um 1200 wurde es nach der Invasion der Tolteken von seinen Bewohnern verlassen.
Die bekannteste Pyramide Uxmals ist die "Pyramide des Zauberers" oder "Wahrsagers" und ihr ovaler Grundriss beträgt 85 x 50 m. Das beeindruckendste Gebäude und Meisterwerk in Architektur und Dekor ist der "Palacio del Gobernador". Mit einer Länge von fast 100 m ist er der längste Fassadenbau der Maya und diente als Versammlungshaus für Adel und Regierung.

Kabáh
Nach Uxmal war Kabáh zweitwichtigste Mayastadt. Auf dem weitläufigen Gelände sind noch viele Bauten unausgegraben. Seine Blütezeit hatte Kabáh vom 9. bis 11. Jh. Beeindruckend ist der Palacio de los Máscaras von dessen Fassade einst über 250 Masken des Regengottes Chaaks hinabblickten. Auch der berühmte Torbogen "Arco de Kabáh" mit 6,50 m Höhe und über 4 m Spannweite ist sehenswert.

Sayil
Sayil ("Ort der Ameisen") war einst das große städtische Zentrum eines dichtbesiedelten Gebietes zwischen 750 und 1000. Mit seinen Umland und anderen Städten war es durch Sakbeob verbunden.
Labná
Labná wird vor allen Dingen wegen seines berühmten Torbogens Arco de Labná besucht. Labná war einst eine recht bedeutende Stadt und ihre Ausdehnung beachtlich. Die wichtigsten Bauwerke stammen zwischen 750 und 1000. Gegenwärtig sind vier Hauptgebäude zugänglich, viele weitere sind noch unausgegraben oder der Busch hält sie umklammert.
Mayapán
Mayapán war vermutlich eine Frühgründung der Itzáes. In der eins dichtbesiedelten, von einer 8km langen Verteidigungsmauer umschlossenen Stadt lebten auf einer Fläche von 3x2 km etwa 10 - bis 15.000 Menschen. Die Wasserversorgung sicherten Dutzende Cenotes. An der von Mayapán gegründeten politischen Allianz war neben Uxmal auch das benachbarte mächtige Chichen Itza beteiligt, das kurz nach 1200 von den Herrschern von Mayapán okkupiert wurde. Dadurch wurde Mayapán zur dominierenden Stadt Yucatáns mit wichtigen Handelsbeziehungen.
Progreso, Dzibilchaltún, Celestún

Progreso liegt 35 km nördlich von Mérida. Es ist eine Hafen- und Badstadt der merideños, die an Wochenenden und besonders im schwülheißen Juli und August hierherströmen. Wer nicht weiter an die Karibik reist, der kann hier gut einen Abstecher hin machen.
Die archäologische Stätte Dzibilchaltún ist ein sehr altes, vielleicht sogar das älteste Maya-Zentrum in Nord-Yucatán. Auf einer ausgedehnten Fläche von ca. 16qkm liegen verstreut ca. 8400 estructuras, die meisten noch unausgegraben. Großartige Paläste, Tempel oder Pyramiden dürfen jedoch keine erwartet werden.

Celestún - Das schläfrig-kleine Fischerstädtchen liegt 95km westlich von Mérida direkt am Meer auf einer langgestreckten Landzunge. Eine Alternative für all diejenige, die eine preiswerte Alternative zu den teuren Karibik-Stränden suchen. Der Reiz von Celestún besteht in den Bootstouren zu tausend rosaroter Flamingos. Die meisten sieht man in März/April und Juni/Juli und eher weniger von August bis Oktober.

Chichen Itzá
Von Mérida oder von Valladolid aus geht es weiter nach Chichén Itza. Es gehört mit Tulúm zu den meistbesuchten archäologischen Stätten Mexikos. Über die ersten Bewohner Chichén Itzás lassen sich keine genauen Angaben machen, da bisher nur wenige Datumsangaben entdeckt wurden. Die älteste stammt aus dem Jahr 842 und einigen Hypothesen zufolge soll Chichén Itzá zweimal bevölkert worden sein. Zuerst von den Itzá-Maya, die sich zwischen 455 und 495 unter ihrem Anführer Lakin Chan (auch Itzamná genannt) hier ansiedelten und es um 700 wieder verließen. Vor 1000 wurde die Stadt erneut besiedelt und einige Wissenschaftler glauben, dass es sich hierbei um Tolteken, aus dem mexikanischen Hochland handelte, andere tippen auf Chontal-(Putún) Maya. Spätestens um 1400 wurde es dann endgültig verlassen. Wahrzeichen Chichén Itzás ist die Kukulkán Pyramide. Das architektonische Meisterwerk hat einen quadratischen Grundriss mit 55 m langen Seiten und ist ohne Tempelaufsatz 25 m hoch. Über 9 Etagen führen im 45 Grad Winkel steile Treppen mit 91 Stufen. Nach dem schwierigen Aufstieg wird man mit dem Ausblick über das riesige Areal belohnt. Im Süden erscheint die Kuppel des "Caracol" (Observatorium) und die Casa de las Monjas, der Ballspielplatz im Westen, im Norden der ?Cenote sagrado? und der im Osten stehende "Templo de las Guerreros" zusammen mit der "Gruppe der Tausend Säulen".

Cancún
Cancún ist ein künstlich angelegter Badeort und gehört zu den größten Touristenzentren der Welt. 1974 wurde aus dem kleinen Fischerdorf ein riesiges Ferienzentrum mit jährlich über 2,5 Millionen Urlaubern aus aller Welt. Die Hotelzone wurde auf einer schmalen Landzunge errichtet (Länge 20 km) und Luxushotels mit weißen Stränden und glasklarem Karibikwasser reihen sich hier aneinander. Ein breiter Boulevard verbindet den Norden und Süden der Stadt. Die Strände sind ausnahmslos schön und durch den Pendelverkehr gut erreichbar. Das traditionelle mexikanische Flair wird der Besucher hier nicht finden, doch Cancún ist ein guter Ausgangspunkt für die Weiterreise oder um nach einer Rundreise noch einige Tage zu entspannen, bevor es wieder in die Heimat geht.

Playa del Carmen
Nach Cancún ist Playa del Carmen das wichtigste Touristenzentrum an der Riviera Maya. Es ist jedoch viel überschaubarer als die Ferienfabrik Cancún, doch auch hier ist noch kein Baustopp in Sicht. Hier findet der Urlauber alles, was er sich für einen Strandurlaub wünscht, türkises Karibikwasser und wunderschöne Strände, Restaurants, Nachtleben und viele Möglichkeiten für Ausflüge in die Umgebung. Durch die vorgelagerte Insel Cozumel ist das Wasser hier ruhiger und perfekt zum baden, schnorcheln und ausgedehnte Strandspaziergänge.

Tulúm
55 km südlich von Playa del Carmen gelegen, gehören die Maya Ruinen von Tulúm zu den wichtigsten Kulturdenkmälern Mexikos. Fasziniernd in einmaliger Lage direkt über dem türkisblauen Meer war es früher ein wichtiger Maya-Seehafen und Handelszentrum. Die Stätte ist von einer 4 m hohen und 600 m langen Mauer umgeben und im Inneren befinden sich über 50 kleinere Tempel, Häuser- und Palastreste. Auf dem höchsten Punkt steht der Haupttempel "El Castillo". Tulúm war bei Ankunft der Spanier noch eine intakte Mayastätte und hatte seine Blütezeit um 1200-1400 n.Chr. Regelmäßig legten hier zur See fahrende Maya an, um z. B. mit Chicle oder wildem Honig zu handeln. Im Jahr 1544 wurde Tulúm von den Spaniern erobert und von seinen Bewohner verlassen. Die Bauten Tulúms weisen Stilelemente verschiedener Epochen auf, sind jedoch nicht so reich verziert wie andere Stätten. Die Bauten sind meist einfach, niedrig und mit Flachdächern errichtet. Der meistverzierteste und wichtigste Tempelbau ist der Tempel der Malereien. Die Wandmalereien zeigen verschiedene Gottheiten, wie z.B. die Regen-, Mond- und Fruchtbarkeitsgöttel Ix Chel. Das Hauptbauwerk Tulúms ist "El Castillo" - das Schloß mit seiner erhöht liegenden Tempelpyramide, welches wohl zu den meistfotografiertesten Motiven Mexikos gehört.
für Ihre ganz
persönliche Mexikoreise


























