Das Alltagsleben in Mexiko
Jetzt im April 2010 war ich bereits zum 5. Mal in Mexiko und möchte euch hiermit einen kleinen Reisebericht etwas abseits des touristischen Lebens vorstellen. Dinge des Lebens in Mexico, die verglichen mit Deutschland einfach ganz anders sind.
Ronny Schönfelder
Busse:
Es gibt alle Kategorien von schlecht bis Luxus und mit vielen Haltestellen oder komplett ohne Stopp. Entsprechend gehen die Preise von extrem billig bis deutsches Preisniveau. Stadtbusse kosten zwischen 5 und 10 Pesos (0,30-0,60 Euro). Der absolute Luxus ohne jeglichen Vergleich ist die Marke "ADO platino". Eine 4h-Fahrt, ohne Stopp natürlich, kostet etwa 30-40 Euro. Es gibt einen Verpflegungsbeutel und die Busse sind wie die Business Class im Flugzeug. Jeder Sitz hat einen integrierten Flachbildschirm und eine Steckdose unterm Sitz, riesige Beinfreiheit und die Sitze können echt in Schlafposition gebracht werden. Und die Busse sind durchaus - wenn man nicht zeitig bucht - ausgebucht.
Metro Mexico City:
Höchsteffektiv und billig (zur zeit 3 Pesos 0,18 Euro inkl. umsteigen). Im Minuten-Takt fährt die Metro in den Stationen ein und sobald die "300" Leute eingestiegen sind, stehen nach einer Minute schon wieder die nächsten "300" da. Und in der Rush Hour sind die Bahnen schon nach der 3. Station voll - also selbst Minutentakt ist noch zu lang. Aber ich als Tourist war selten zur Rush Hour unterwegs und hatte somit eigentlich kein Problem.
Was kann man sonst erleben? Also MP3-Player braucht man nicht mitzunehmen, denn ständig steigen irgendwelche Typen ein, die Piraten-CDs oder DVDs für jeweils 10 Pesos verkaufen wollen und spielen diese auch kurz vor (2 min). Sie haben meist einen Discman und im Rucksack einen Verstärker + Boxen dabei und dann geht's los. Oder es kommen Typen die irgendwas anderes verkaufen wollen. Und in jeder Station steigt einer ein und der andere wieder aus.
Viele sagen, dass Metro Fahren gefährlich sein kann, speziell in der Nacht - also ich habe alles ausprobiert und selbst nachts ist die Metro noch gut gefüllt, auch mit Familien mit Kindern. Also ich hatte nie den Eindruck in Gefahr zu sein, ist sicherlich auch eine Frage der Wahrscheinlichkeit.
Auto:
Und beim letzten Mal habe ich mich mal ans Autofahren gemacht, mit dem Mietwagen. Ohne Navigationssystem sollte man es allerdings nicht probieren und die gibt es - soweit ich rausgefunden habe - nur auf Anfrage am Flughafen (wo das Automieten ohnehin teuer ist). Man muss mit deutschem Preisniveau rechnen, aber - anders als in Deutschland - ist der Preis trotzdem noch verhandelbar. Wie auch immer, das Benzin ist super billig (0,50 Euro/L) vielleicht 25 Euro pro Tankfüllung. Bei längeren Strecken fährt man natürlich Autobahn und durch jeden Bundesstaat, durch den man fährt, muss man Autobahngebühren zahlen (ca. 60 pesos - 3,75 Euro). Also einmal durch 2 Bundesstaaten hin und zurück = 240 Pesos = 15 Euro. So billig ist der Ausflug dann doch nicht...
Ja, was gibt's sonst noch? Stichwort: Parkplatzmangel. Familien, bestehend aus 5 Personen, haben natürlich 6 Autos, klar. Und wo sollen die alle hin? Eines Tages in Querétaro habe ich 45min nach einem Parkplatz gesucht. Am nächsten Morgen wollte ich die Stadt verlassen, sprich mit Gepäck aus dem Hotel auschecken. Das Auto war allerdings so weit weg, dass ich mit dem Gepäck nicht laufen konnte. Also musste ich mit dem Taxi fahren um zu meinem Auto zu kommen - das ist eigentlich nicht Sinn eines Autos.
Autobahn ist auch total krank, grundsätzlich hat eigentlich niemand Interesse an irgendwelchen Geschwindigkeitsbegrenzungen. Außerdem gilt das Recht des Stärkeren. Die LKWs sind viel größer und schneller als in Deutschland. Einmal hat mich einer bergauf mit vielleicht 140km/h überholt. Dort überholen Busse und LKWs die PKWs!
Essen:
Am Besten schmeckt es mir eigentlich auf der Straße oder auf Märkten, wo die verschiedensten Tacos (meine Favoriten: Bistec, Chorizo, Al Pastor) angeboten werden. Oder überhaupt - egal wo man in Mexico ist, gibt's immer auch lokale Spezialitäten, die man ausprobieren sollte. Neulich habe ich die so genannten "Pastes" ausprobiert, welche um Pachuca angeboten werden. Gefüllte Teigtaschen mit Kartoffeln, Fleisch etc.! Man sollte auch mal die Dinge probieren, bei denen Leute behaupten "Ihh, das würde ich nie essen" ... Stichwort "Heuschrecken". Diese gab es auf einem Markt in der Nähe von Puebla. Sie werden als so genannte "Chapulines" verkauft. Ich hab's probiert und lebe immer noch. Aber super lecker, dass ich sie jeden Tag essen könnte, sind sie nun auch wieder nicht. Sie sind im Großen und Ganzen, ausgetrocknet und gut gewürzt.
Städte:
Bis heute ist Querétaro (auch Weltkulturerbe) meine Lieblingsstadt! Das historische Zentrum mit kleine Straßen, vielen kleinen, schön bepflanzten Parks, wo man auch sehr gut einen Cafe trinken kann.
Strände:
Ich war zwar noch nicht überall, aber ein sehr schöner Strand ohne Touristen heißt "Punta de Mita" in der Nähe von Puerto Vallarta. Oder - zwar touristisch, aber trotzdem sehr schön - die Strände von Oaxaca (z.B. in Mazunte).
Einkaufen:
Bei jedem Urlaub hab ich mir auch immer einen Tag Zeit genommen um einkaufen zu gehen. Zumal der Tauschkurs zu Beginn des Jahres so super war, dass Klamotten wirklich super billig waren. Z.B. Marken wie Lee oder Levis, Hemden für unter 20 Euro oder Jeans für etwa 25-30 Euro. Und das Allerbeste: in einigen besseren Läden ist das Kürzen von Jeans gratis. Es gibt auch ständig irgendwelche Rabattaktionen, so dass am Ende das schöne Hemd nur noch 12 Euro kostet. Wie auch immer - um eine Jeans für 70 Euro zu finden (wie teilweise in Deutschland üblich), muss man schon sehr lange suchen...
Bars:
Die besten Bars in Mexico City gibt's in "la Condesa" und "Coyoacan" (Bsp. "El hijo del Cuervo" oder "Francfort"). Man muss mit deutschen Preisen rechnen, aber das Ambiente ist wirklich super und die Bars sind eigentlich immer gut gefüllt - außer Sonntag und eventuell Montag.
Historische Stätten:
Also für mich ist die beeindruckendste Stätte Teotihuacan mit seiner Sonnen- und Mondpyramide. Es ist viel größer und erstaunlicher als Chichen Itza, welches aber eines der "7 Neuen Weltwunder" ist. Meines Erachtens hätte das eher Teotihuacan verdient.
Abgelegen:
Wer mal die Möglichkeit hat, sollte einen Ausflug zu den Vulkanen Popocatépetl und Iztaccihuatl machen. Man kann mit dem Auto zwischen die beiden Vulkane fahren, wo es dann auch ein Museum gibt und man Touren machen kann. Die Gegend eignet sich gut, um von da aus mit dem Fahrrad weiter zu fahren oder zu Fuß eine Wanderung zu unternehmen. Der Popocatépetl kann aber zurzeit nicht bestiegen werden (weil es sich um einen aktiven Vulkan handelt - Anm. d.Red.).
Real de Monte:
Eine Silberminenstadt in den Bergen, in der Nähe von Pachuca. Bei Real de Monte handelt es sich um einen kleinen historischen Ort, der zu der Gruppe der Pueblos Magicos gehört. Sehr schön zum Entspannen und um Ausflüge zu den Silberminen zu machen. Für mich war es außerdem sehr beeindruckend, zu den "prismas basalticos" zu fahren. Sieht aus wie ein Cañon und Wasserfälle über einer Gesteinsform, die Bleistiften (Prismas) ähnelt.
La Marquesa Toluca:
Wer mal was cooles mit der Familie unternehmen will, sollte unbedingt dort hin fahren. Es liegt in den Bergen und es gibt mehrer große Flächen, wo man sich "Quads" ausleihen kann und über Stock und Stein brettern kann. Oder man leiht sich ein Pferd und kann in Eigeninitiative seinen Weg durch den Wald bahnen. Man kann dort auch Ballspiele machen oder einfach nur Picknick. Die Angebote dort sind auf jeden Fall sehr preiswert.
für Ihre ganz
persönliche Mexikoreise

















