Yucatan Mietwagenrundreise

Reisebericht 17 Tage Mexiko mit D.F. und Yucatan Mietwagenrundreise

Unsere Reisegruppe aus drei guten Freunden startete am Freitag, den 13. Mai 2011 in Frankfurt zu einem Direktflug nach Mexico City. Wir wollten unbedingt die USA beim Flug nach Mexiko vermeiden, um uns US Immigration und Touristensteuer zu ersparen. Wenn man etwas sucht, dann geht das auch, ohne besondere Mehrkosten. Allerdings flog Lufthansa mit einer uralten Boing. Museumsreife Röhrenfernseher an der Decke und ein Gerumpel und Gescheppere beim Start. Nach Mexiko muss man wohl keinen neuen Flieger einsetzen.

Erschöpft nach 12 Stunden Flug wurden wir am Flughafen freundlich von der mexikanischen Partneragentur in Empfang genommen und bekamen unsere restlichen Voucher übergeben. Das Hotel Holiday Inn Zocalo überraschte uns sofort durch die Lage. Die hellen Zimmer waren zwar sehr klein, aber für eine Großstadt wie D.F. fast schon Luxus. Der Abend war mit kleinen Einkäufen und einem Gute- Nacht Bier schnell ausgefüllt.

Am nächsten Morgen nahm uns nach einem ausgiebigen mexikanischen Frühstück unser gebuchter privater Tour Guide in Empfang. Es ging ins anthropologische Museum (Ein Muss in Mexiko City) mit einem anschließenden kleinen Spaziergang durch den Stadtkern. Unser Führer glänzte mit profundem Wissen, was uns manchmal fast schon wieder erschöpfte, da angesichts von Jetlag, den hohen Temperaturen, der Höhenluft und das vorherrschenden Smogs, wir bald an unsere Grenzen kamen. Wir verzichteten also auf das Nightlife in der Zona Rosa. Jetzt haben wir einen Grund einmal wieder zu kommen.

Am nächsten Tag erfuhren wir noch über 2 Stunden jedes Detail der Murales im Präsidentenpalast und dann ging es raus aufs Land nach Teotihuacán. Nach kurzem Shopping Stopp in einer Manufaktur hinein in den ersten Kontakt mit den mexikanischen Pyramiden. Ich sage nur gigantisch. Auch die Geschwindigkeit unseres Führers in den An- und Abstiegsschrägen.

Leider mussten wir dann am nächsten Tag D.F. verlassen. Noch einmal ein tolles Panorama zum Frühstücken auf der Dachterrasse des Hotels mit Blick auf den Zocalo und dann steht auch schon pünktlich unser Flughafentransfer vor der Haustür. Es geht weiter nach Cancun. Der Flug mit Aeromexico problemlos, der Transfer zum Hotel Bel Air Connection sehr erfreulich. Hieß es ursprünglich "Spanish speaking assistance" war anscheinend genügend Luft im Mai uns einen weiteren Betreuer mitzuschicken, der auch Englisch konnte. Sehr entgegenkommend wurde uns unsere gesamte Rundreise mit dem Auto erläutert.

Das Hotel Bel Air Collection selbst ist sehr stylisch. Wir buchten AI, da "nur Frühstück" nicht mehr möglich war. Wir blieben zwei Nächte um einen kompletten Strandtag genießen zu können. Die mexikanische Zettelwirtschaft kann nervig werden, da man laufend irgendwelche Belege zu unterschreiben hat oder Bewertungen über die gerade eingenommene Mahlzeit abzugeben hat. Die Qualität der Speisen war super, die Getränke etwas wässrig, aber dann nimmt man eben zwei und es geht auch wieder. Generell ist Cancun etwas sehr amerikanisch und pauschaltouristisch. Das Hotel selbst aber bemüht sich mehr Qualität zu bieten. Dennoch hat man nach zwei Nächten genug und will wieder weiter, man ist ja nicht nur zum Baden da. Wenn es auch keine Kakerlaken auf den Zimmern gab, so war der Innenhof der Anlage abends ein begehrter Treffpunkt derselben. Unsere Empfehlung ist das dort gelegene Sushi Restaurant nicht zu nutzen. Beim Hauptrestaurant sah man nie welche.

Den Mietwagen hatten wir selbst übers Internet bei einem Mietwagen-Broker organisiert. Drei Personen mit drei großen Koffern, das ist nicht immer einfach. Aber der VW Jetta oder Nissan Tida, gemietet dann von Alamo war optimal.

Hier erfuhren wir aber zum ersten Mal die mexikanische Art Dinge zu bearbeiten. Wir hatten die Abholung beim Hotel um 9:00 vorausbestellt und das Auto gegen 10:00. Bekommen haben wir dann alles bis 11:30. Immer lächeln und freundlich bleiben, dann geht es dennoch weiter und man kann das eine oder andere (wie einen zweiten Fahrer) auch in Bar und ohne Steuern bezahlen. Den Amerikanern vor uns (laut und nervig) wurde das gar nicht angeboten.

Wir hatten uns auf dem Smartphone eine Navigationssoftware für Mexiko besorgt, dies hat zusammen mit dem Stefan Loose Führer Mexiko gute Dienste geleistet. Unser Weg führte uns über die Mautstrasse ("cuota") nach Chichen Itza. Am Nachmittag war es dort sehr heiß und sehr überlaufen. Daher nahmen wir uns einen privaten Führer am Eingang. Diese lotste uns durch die nächste mexikanische Eigenheit, fast immer sind zwei Eintrittskarten zu lösen. Eine vom Staat (hochoffiziell mit Hologramm und so) und eine vom Ort (bunt und touristisch). Ein Ordnungsprinzip, dass fast immer angewandt wurde. In Chichen Itza hat man oft das Gefühl in einer Einkaufsmall mit angegliederten Ausgrabungsstätten zu sein. Die Investition in einen Führer (im Schnitt 600 Pesos) lohnen sich gut, da man viele Details erklärt bekommt und die Stätten in Ihrer Funktion besser versteht.

Entlang der Strasse auf nach Merida. Obwohl die größte Stadt in Yucatan, ist sie eine Stadt mit kleinstädtischem Charme. Man wird auf der Strasse angesprochen und die Leute wollen einem nicht immer etwas verkaufen, sondern sind einfach nur neugierig. Die Unterkunft Casa de Balam ist ein Traum und der Bellboy war eine Offenbahrung. All seine Tipps sind goldrichtig gewesen. Leider blieben wir nur eine Nacht. Hier hätte man auch zwei Nächte oder ein ganzes Wochenende verbringen können. Checkout erst gegen 13:00, daher konnten wir vormittags noch die Stadt erkunden.

Weiter ging es dann aufs offene Land, zuerst die Hacienda Yaxcopoil. Eine große, aber schon sehr zerfallene Anlage. Durch Zufall fanden wir dann noch eine weitere Hacienda, die besser gepflegt war und eine Cenote besaß. Aber auch dort, wie laufend auf der Reise im Landesinneren, gähnende Leere, weil touristische Nebensaison. Nächster Stopp Uxmal. Die Villas Arqueologicas Uxmal liegen nur einen Steinwurf vom Haupteingang entfernt. Super Lage, aber mehr eine zweckmäßige Unterkunft. Der Pool ist eine Wespenaufzuchtstation. Aber wir wollten eh die Lightshow ansehen. Die Audiosysteme für deutschen Ton gegen Extra Aufpreis kann man sich sparen, weil sie die Hälfte der Zeit laut rauschen. Mexikanische oder sogar amerikanische Technik?

Am nächsten Tag in der Früh dann Uxmal. Welch eine Wohltat einmal nicht zur größten Hitze Pyramiden zu erklimmen. Wieder ein privater Führer, sehr angenehm weil wir in 2 Stunden alles Wichtige gesehen und verstanden haben. Checkout in den Hotels wieder erst gegen 12:00. Alles sehr entspannt.

Auf der Weiterfahrt besuchen wir Kabah und dann entscheiden wir uns für die Grutas de Lotun. Beides sehr informativ. Leider haben wir vergessen in Merida vollzutanken, so dass wir uns bis zu einer Tankstelle in der Pampa (Oxkutzcab) durchfragen müssen. Es hilft immer ein wenig Spanisch zu sprechen. "Perdon. Donde esta la proxima gasolinera, senior?" Aber in diesem Ort konnten wir Geld am Automaten ohne Aufpreis ziehen und äußerst billig Lebensmittel einkaufen.

Nächste Station Campeche im Hotel Castelmar. Wieder ein beeindruckendes Stadthotel und eine tolle Stadt. Allerdings bestimmt die heißeste auf der ganzen Tour, gefühlte 40 Grad im Schatten ohne Wind. Die abendliche Lichtshow kann man sich allerdings auch schenken, doch die Stadtmauer sollte man besuchen. Das Hotel wird anscheinend bevorzugt von Damen geführt und das sehr professionell. Als sich nächtens im Zimmer ein Teil der Stuckdecke entschlossen hatte herunterzufallen, war am nächsten Tag viel Aufregung und wir bekamen ein größeres Frühstück als ursprünglich gebucht. Die Golfküste selbst war bei Campeche eher enttäuschend. Es hatte nicht eine Spur von Wellen.

Nach Campeche wieder eine etwas größere Autostrecke. Über Escárcega nach Palenque. Hunderte Kilometer geradeaus fahren kann ganz schön anstrengend sein. Lieber Reisender, bitte beachte nicht den Hinweis in Escárcega unbedingt zu tanken. Die Tankwarte an den Tankstellen warten nur darauf Touristen abzuzocken. Einfach 50km in Richtung Palenque weiterfahren und direkt an der Strasse tanken. Wir wurden in Escárcega um 100 Pesos zusätzlich erleichtert.

In Palenque waren zwei Übernachtungen eingeplant in der Villa Mercedes Palenque. Große Anlage, etwas müffelnde Zimmer (wie lange schon nicht mehr benutzt?), aber mitten im Pseudo- Dschungel gut angelegt. Überhaupt war Chiapas viel saftiger, grüner und opulenter als die Bundesstaaten Quintana Roo und Yucatan. Dort war es im Mai braun, karg und es gab laufend Buschbrände, auch längs der Strassen. Hier gab es viel Wasser und alles war in Saft und Kraft, auch die Rinder und Pferde.

Wir besichtigten die Ruinen in Palenque wieder mit Führer und vormittags (welch Wohltat). Anschließend ging es zum Wasserfall Misol-Há und dann zu den Kaskaden Agua Azul. Beides ein Muss. Statt im Hotel zu essen sollte man unbedingt in den Ort Palenque hineinfahren. Dort ist es billiger und die Qualität ist deutlich besser als im Hotelrestaurant.

Jetzt hat man für den Weg nach Chicanná etwas mehr Muße, zwar nerven aus Chiapas raus die zahlreichen Polizei und Militärkontrollen, aber als Tourist wird man doch eher bevorzugt behandelt. Wir wollten die Ruinen in Calakmul nicht in der Nachmittagshitze machen, daher weiter zum Quartier in Chicanná. Dies liegt jedoch gut 70km hinter der Abfahrt nach Calakmul. Die Chicanná Ecovillage ist ganz witzig. Der Name ist zwar nicht Programm, das Restaurant auch nicht so gut, aber das Fehlen von Klimaanlagen muss man ja irgendwie verkaufen. Der Pool ist auch nicht wirklich gepflegt. Achtung, ca. gegen 17:00 endet der Dienst des letzten in der Anlage der Englisch spricht. Aber es waren organisierte Reisegruppen einquartiert, deren Führer gerne dolmetschen. Man muss halt immer schön geschmeidig bleiben in diesem Land. Wir besichtigten dann nach Kabah. Eine Pyramidenstadt ganz für uns allein, auch eine Erfahrung. Tipp: Einer ganz oben auf der Pyramide und einer unten. Die beiden können sich über die ganze Pyramide hinweg ganz normal unterhalten. Whow.

So, alles wieder einpacken (Ecovillage hat schon um 11:00 Checkout) und wieder 70km zurück zur Einfahrt ins Biospärenreservat, dann noch 60 km auf kurviger und enger Strasse in den Dschungel. Calakmul ist eine sehr neue, sehr umfangreiche Ausgrabung. Touristisch ist die Gegend Neuland. Es wird beim Eingang zum Reservat und zu den Ruinen nichts verkauft, also alles mitnehmen!!! Nicht einmal eine Karte gibt es. Führer muss man schon Wochen vorbestellen, wie wir vorher im Hotel erfahren hatten. Dennoch ein MUSS und extrem imposant.

Da mit Calakmul viel Zeit und Sprit vergeht, wurde es anschließend wieder knapp und wir sind mit brennender Reservelampe gerade noch zur Tankstelle in Chicanná zurückgekommen. Man unterschätzt die Entfernungen sehr schnell. Dann weiter nach Chetumal. Die Militärkontrolle beim Übertritt des Bundeslandes wollte diesmal sogar den Inhalt der Koffer durchwühlen. Hmmm ?

Hotel los Cocos ist ein nüchternes Businesshotel und nicht so romantisch wie die bisherigen Hotels. Chetumal ist eine Grenzstadt nach Belize und mehr durch Business geprägt. Man kann dort billig einkaufen, aber das wars dann auch. Tipp: Weiterfahren nach Calderitas und dort zu Abend Essen im Fischerdorf. Im Übrigen das einzige Hotel das uns nicht einchecken wollte, weil angeblich das Geld noch nicht eingetroffen sei. Wir hatten aber eine Notfallnummer in Mexiko und dort wurde uns auf fließendem Deutsch sofort geholfen und dem Hotel Beine gemacht. Gut dass wir nicht alles selbst organisiert hatten und es eine mexikanische Partneragentur vor Ort gab.

Über die Cenote Agua Azul entlang der Riviera Maya nach Playa del Carmen. Alles vierspurig ausgebaut und nach den Abenteuern in Calakmul fast schon erschreckend touristisch. Wir wollten dennoch noch Tulum sehen, hätten es aber besser gelassen. Das war Disneyland pur. Man hatte fast den Eindruck, dass es extra für Touristen hingebaut wurde. Und überall Amerikaner in Massen und das typische Massentourismus Gehabe der Mexikaner. Das hatten wir jetzt tagelang anders kennen- und schätzen gelernt.

Der Höhepunkt der ganzen Reise stand uns aber noch bevor. Das Hotel Mahekal Beach Resort. Ein Traum an einem Traumstrand in einer Traumlage. Nur vier Nächte hier? Eigentlich zu wenig. Tolle Zimmer, sehr gutes Essen. Angenehme Atmosmpäre.

Am nächsten Tag schnell noch das Auto loswerden. Unproblematisch, weil wir inzwischen geübt den Abzockversuch ("There is a problem with the fuel") abwehrten. Aber es wurde auch nur sehr zaghaft versucht. Noch ein Thema zum Autofahren. Wir haben immer zu Dritt aufgepasst, um ja keinen Topes zu übersehen. Nicht jeder wird vorher angezeigt und oft sind sie sehr unerwartet. Und wer nicht weiß, was Topes sind, sollte dies schleunigst nachlesen, wenn er eine Autotour in Mexiko plant.

Drei herrliche Strandtage später wurden wir wieder korrekt am Hotel abgeholt und nach Cancun zum Flughafen gefahren. Es ging mit Air Canada nach Toronto und weiter nach München. Zum Schluss ein super neuer Airbus mit Top Entertainment System. Zu unserem Glück auch nicht ganz voll, so hat man zwei Economy Sitze für sich. Ein perfekter Abschluss. Über Canada zu fliegen ist vollkommen entspannt und nicht so ein Drama wie über USA. Ein schneller Stempel im Pass und alles ist erledigt. Am 30. Mai hatte uns dann Deutschland wieder.

Rufen Sie uns an!
+49 (0)341 52 99 878
Schreiben Sie uns!
info@mexico-mio.de
Reiseanfrage
für Ihre ganz
persönliche Mexikoreise
E-mail Formular
Deutsches Reiserecht Hanse Merkur